Dass die GESTALTTHERAPIE von den Psychoanalytikern Fritz und Lore Perls sowie dem Soziologen Paul Goodman begründet und entwickelt wurde, ist hinreichend bekannt.

Weniger klar und deutlich dürfte sein, dass die Gestalttherapie in die Psychotherapie Veränderungen eingeführt hat, die sie mit den uralten Traditionen der Meditationsschulung – dem Erlernen von Achtsamkeit im Hier und Jetzt – in Verbindung gesetzt hat.

Auch wie sehr der direkte Beziehungsaspekt zwischen Patient und Therapeut in der Entwicklung bei frühen Störungen eine Rolle spielt, ist in der Gestalttherapie besonders gut entwickelt worden und geht in seinem Verständnis über das Übertragung/Gegenübertragungsmodell der Psychoanalyse hinaus.

Außerdem war die Gestalttherapie von Anfang an Ressourcen orientiert und Resilienz stärkend. Daher war sie auch ursprünglich im Bereich der Selbst-Entwicklung und in den Wachstum-orientierten Selbsterfahrungsgruppen besonders en vogue.

In der Gestalttherapie werden also kreative, innovative, überraschende Lösungen für die vorhandenen Probleme und Fragestellungen »aus-uns-selbst-heraus« gesucht und entwickelt.

Im Unterschied zu den frühen Gestalttherapiezeiten der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts liegt heute ein Schwerpunkt auf Festigung und Übung der gefundenen Lösungen und auf der nachhaltig stabilisierten, bewussten Auswahlmöglichkeit von Lösungen im Sinne der Selbststeuerung.

Das o.g. verstehe ich heute als Gestalttherapeut unter der Verwirklichung von geistiger Gesundheit, Entwicklung von innerer Motivation und Wachstum - hin zu kreativen Lösungen.

Die Forschung belegt eine hohe Wirksamkeit der Gestalttherapie.

Es liegen inzwischen genügend Studien zu verschiedenen theoretischen und methodischen Konzepten der Gestalttherapie vor, wie auch zur Wirksamkeit der Anwendung bei Menschen mit verschiedenen klinischen Störungsbildern. Metaanalytische Studien zeigen, dass die Gestalttherapie den Vergleich mit Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Gesprächstherapie und systemischer Therapie in keiner Weise zu scheuen braucht.